Dircac-RCS + Manger MSW

mangerdiskus_links._boxManger…….Manger?…..kann man das essen……….?

Richtig angerichtet, mit einer Prise gut klingender Musik und einem halbtrockenen Hörraum ist der Manger sicher nicht in die Klasse „Fertiggericht“ für die Ohren einzuordnen. Über Geschmack lässt es sich nicht streiten…papperlapapp, hunderte HiFi-Jünger und deren Abgesandte beweisen jedes Jahr aufs neue, dass es sich über Geschmack vortrefflich streiten lässt, zumindest wenn es um einen Manger geht. Dabei haben die allermeisten dieses Gericht noch niemals vernünftig genossen, allerhöchstens in einem vor Schweiß dunstenden Raum auf einer „Fair“ mal den Kopf in die Tür gehalten.

Überhaupt, da steht der Küchenjunge Linguini aus Ratatouille vor einer Horde selbsternannter Rachs und präsentiert sein bestes Gericht, man sieht einhelliges Kopfnicken im Rhythmus wie in einer Großraumdisco, staunt am nächsten Tag im Guide Michelin, dass es wieder keinen Stern für den talentierten Küchenjungen gibt. Kann ja auch nicht, wenn die Herren die Suppe mit ihren von Salz verätzten Silberlöffeln probieren und damit jegliche neutrale Geschmacksprobe von vornherein verhindern.  Hätten sie mal nach ihrem Besuch der berühmten FastFood Kette McBummZisch die Zähne geputzt und den Mund ausgespült, dann hätte es eine realistische Chance gegeben, jenen feingliedrigen Geschmack der Linguini-Suppe zu erahnen und zu erkennen, welches große Kochtalent Linguini unter seiner Kochmütze sitzen hat.

 

Aber mit welchem  Restaurant-Stern hat man es denn hier zu tun? Da sind die Techniker, die aufs hundertstel Gramm genau sagen können,  wieviel Salz in die Suppe gehört und doch niemals eine vernünftige Erbsensuppe hinbekommen. Da sind die Theoretiker, die mit blumigen Worten umschreiben wie genau die Suppe zu schmecken hat und doch nur zu den „Kopf in die Tür Halter“ gehören, niemals selbst eine gute Suppe gegessen haben. Die Kochwelt ist verloren……………..

………Verloren? Nein, da gibt es eine kleine Gruppe, die sich ernsthaft mit natürlichen Zutaten beschäftigt und Suppen in allen Geschmacksrichtungen probiert, die sagen können „das könnte es sein“, und trotzdem weiter auf der Suche bleiben, sich immer wieder treffen, nach Perfektion suchen, um das Rezept für die beste Suppe der Welt zu finden. Wer weiß ob sie jemals ans Ziel kommen? Eines steht jedoch fest: Man muss auch die Manger-Suppe hinreichend probiert haben, um eine weitere Stufe der Gourmet-Treppe zu erklimmen.

Am 2.3.2012 machten sich also die Jung-Kochschüler der HSG Köln-Bonn-Bergisches Land auf den Weg in eines der angesagtesten Lokale unsere Zeit, dem Diskus-Manger´s in Bergisch Gladbach bei Köln. Im Gastraum angekommen rochen wir den Duft, den die Suppe verbreitete und sahen die bekannte dunkle Farbe der Scheiben, so wie es sein sollte. Aber schon die erste Geschmacksprobe ließ uns erschaudern, das schmeckte nicht wie das bekannte Gericht, eher wie ein Teller Wasser mit Aromastoffen. Lieblos, ohne Tiefe oder Feinzeichnung tönte es aus den Tellern, irgendwie ein Brei statt eines leckeren Gerichtes. Sofort haben wir unseren Geschmacks-O-Meter ins Gericht gehalten um zu ergründen, was passiert war.

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Da hatten wir den Salat, sprichwörtlich. Eine Mittenansammlung ohne Höhen und festen Untergrund. Es wurde versucht den fehlenden Untergrund mit Gewürzen aus der Subwooferkammer zu übertünchen, was „kräftig“ misslang. Die ganze moderne Technik der digital gesteuerten Kochplatten hatte nicht geholfen, einige grundlegende Fehler des Suppenkochens zu vermeiden. Unser Hilfs-Linguini, Gruppenmitglied Diskus_GL, war schon seit Jahren auf der Suche nach dem richtigen Rezept, allein hat er es jedoch nie gefunden, das stand nun fest. Unser grüner Gewürzmengen-Messer zeigte wie es hätte sein sollen, aber nicht war. Eine Messung am Hörplatz mit JustOct bestätigte im Grunde dieses Verhalten.

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So gibt es keinen Michelin-Stern, das war klar. Es begann ein langer Weg der Suche, eine Reise der Worte, Ideen und Gedanken, wie das Gericht in der Taverne von Diskus_GL zu retten war. Eines fiel dann auch direkt auf, wenn die Kochplatten soweit auseinander sind, der Tisch so lang, Hörentfernung 5m, das die Suppe kalt ist wenn sie beim Gast ankommt, somit sollte man zunächst die Innenraumeinrichtung der Taverne überprüfen. Also hat Diskus_GL herumgeschoben, neu ausgerichtet und aufgestellt, ausprobiert, für schlecht befunden, neu ausprobiert. Irgendwann bekamen wir dann mit, dass er zuversichtlicher wirkte, die Angelegenheit in den Griff zu bekommen.

Ursprünglicher Stand am Tag des erst Besuches

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Nach der ersten Veränderung

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Eigene Messung von Diskus_GL, schon eine Verbesserung im Grundtonbereich

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Dann machte Diskus_GL etwas, für seinen Werdegang sehr wichtiges: Er probierte die Suppe auch in einem anderen Lokal, dem „Chez Lautsprecher Karl“, einem offenbar (nach seiner Aussage) sehr guten, kleinen Klang-Restaurant. O-Ton von Diskus_GL nach dem Besuch bei Lautsprecher Karl:

„“Für mich war es schon eine Offenbarung zu hören, was mit den Manger Wandlern noch möglich ist!““

Er begab sich auch daran, seine Kochelektronik und die Steuerungssoftware zu hinterfragen. Vorher etwas wild und planlos zusammengestellt, man hatte mal hier und mal dort was gelesen, kam langsam Linie in die Sache. Damit die Leser nicht gelangweilt diesen über ein Jahr dauernden Prozess verfolgen müssen, eine kleine Zusammenfassung von Diskus_GL:

  1. Die Aufstellung der Boxen und der Raum wurden optimiert (freier, besser ausgerichtet und der Raum mit Teppichen etwas bedämpft).
  2. Die Manger Wandler werden höher und steiler getrennt (bei 400Hz/18db/Okt. – was eine deutlich lautere Wiedergabe ermöglicht und die Wiedergabeeigenschaften des Manger Schallwandlers verbessert.)
  3. DIRAC (Roomkorrektion-Programm) sorgt für tonale Ausgewogenheit, Optimierung im Zeitbereich und Minimierung von Raumeinflüssen

Einen sehr großen Schritt machte der neue „Spitzenkoch“ unserer Meinung nach damit, dass er seinen Bass-Grundtonbereich deutlich verbesserte. Es wird immer wieder unterschätzt, welch große Wirkung dieses oft stiefmütterlich behandelte Gewürz nachher im fertigen Gericht hat. Er verwendet nun für den gesamten Tiefton- und Grundtonbereich einen HSB-21, lässt den Manger-Teller nur noch das machen was er wirklich kann, nämlich der Suppe ab 400 Hz das aromatische Bouquet zu geben. Ein weiterer Umbau, eine neue digitale, elektronische Frequenzweiche runden nun den feinen Geschmack der Suppe ab. Diskus_GL beschreibt das so:

  1. Eine miniDSP übernimmt zudem jetzt auch die DA-Wandlung (vorher war mal ein NuForce Icon HDP dafür da).
  2. Zwei HSB21 je in 130 Liter CB sorgen für flächige Anregung im Bassbereich und damit für eine Verbesserung der räumlichen Abbildung und Tiefenstaffelung und für eine sehr realistische Tieftonwiedergabe.

Jede dieser Änderungen ergab eine hörbare Verbesserung – aber erst alles zusammen ergibt dieses phantastische Hörerlebnis!

Hinter den Quellen (Mac) arbeitet also das miniDSP, verteilt die Signale auf den vorderen Manger, den hinteren Manger (in jeder Box) und den HSB-21. Dabei wird der hintere Manger im Diskus nach Aussage von Diskus_GL um 13 dB leiser angesteuert. Ein erneuter, kompletter Umbau des Hörraumes brachte eine weitere Verbesserung. So sieht es nun aus:

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Der Tieftonbereich bis 400Hz wird von einer Box pro Seite, mit 21″ Chassis übernommen

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Damit die „Koffer“ nicht so auffallen, wurden sie in Form eines Flugbegleitungs-Trolleys gebaut

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hat funktioniert, optisch wirkt das so…

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Hinter dem Manger Diskus kaum auffällig

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Nun der Übertragungsbereich der Tiefton-Trolleys, zunächst ungefiltert.

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Und nun gefiltert.

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as hat die ganze Kochschule jetzt gebracht, ist die Suppe besser geworden oder schmeckt sie immer noch nach Wasser? Haben wir es hier mit einem weiteren hochtechnisierten Gericht zu tun, das zwar den Magen füllt, aber nicht wirklich glücklich macht? Zunächst die Gesamtmessung ohne Room-Correction DIRAC.

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Das ist doch jetzt ein wesentlich harmonischeres Bild als noch am Tag des Erstbesuches. Da fehlt uns jetzt nur noch die neutrale, „gewedelte“ Messung am Ess(Hör)platz um feststellen zu können ob die Suppe nun richtig gewürzt ist.

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Ein ziemlich perfektes Endergebnis, welches sich im Hörtest dann auch zeigt. Hier nun noch die rechte Kombination mit und ohne Entzerrung

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Zum Schluss beide Kombinationen in der Vorläufigen Endversion

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Dazu noch die ziemlich perfekte Impulsantwort

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Mit diesem Rezept wird Linguini wohl in Zukunft sein Restaurant in Schwung halten und die ein oder andere minimale Änderungen an den Gewürzen werden sicher noch Verfeinerungen bringen

Aber wie schmeckt die Suppe denn jetzt? Dazu ein paar Restaurant-Kritiker Meinungen:

FlorianK:

Die Lautsprecher klingen unaufdringlich. Anfangs dachte ich – hier fehlt deutlich Bass. Anfangs eben. Aufgelegt haben wir verschiedene Scheiben von Jazz bis Rock und Pop.
Was auffiel: Völlig entspannte Wiedergabe aller Scheiben. Soll auch so sein oder ? Aber mal ehrlich – bei jedem von uns finden sich Scheiben die man nur hört wenn die Schwiegermutter so langsam Richtung Haustür befördert werden soll. Aber – bei Joachims Aufstellung wird sie noch länger bleiben um endlich ihre völlig ….. bescheiden aufgenommenen Scheiben zu hören. Wirklich auffiel war, dass Scheiben wie z.B. Supertramp usw., die teilweise sehr schlecht aufgenommen waren, hier deutlich gewannen. Ich habe teilweise auf die Stellen gewartet – man kennt sie ja – an denen man dann weiß, jetzt wird’s haarig. Nun – das blieb oft aus.

Die Konstellation von Diskus_GL blieb jederzeit Chef der Wiedergabe

ExDreamAudio:

Der Manger hat an diesem Abend auch mir zum ersten mal seit langer Zeit wieder gezeigt was in ihm steckt, so man ihn denn auch richtig einsetzt. Supertramp hatte ich schon lange nicht mehr so überzeugend gehört, obwohl die Aufnahme nichts weltbewegendes hat, 10CC, Grace Jones………..
Ich habe mich irgendwann dabei erwischt das es mir nicht mehr um Technik ging, eher um Musik hören, Musik neu zu entdecken. Das muss doch das Ziel sein?

BertramXXL

Das, was uns Diskus_GL am letzten Freitag präsentiert hat, ist der qualitativ größte Evolutionssprung, den wir bisher hören durften!!
…..haben wir bei Joachims Manger Boxen alle schön den Schnabel gehalten und nur noch gierig der Musik gelauscht …..
Ich habe es für eine Art Naturgesetz gehalten, dass man mit Boxen, die sehr hochwertig sind, keine mittelprächtigen Aufnahmen mehr mit Genuss hören kann. Und nun kommt der Diskus_GL mit seinen Manger-FAST um die Ecke und pulverisiert meine Erfahrungen.
…..aber ich muss noch was zum Sweetspot sagen: Den gibt’s zwar durchaus, aber es ist kein ,,Spot“ – eher eine Area . Ja ich weiß, die Physik ist gegen mich und alle bisherigen Erfahrungen mit den MSW ebenfalls . Aber sei es die Dirac Messung über einen größeren Hörbereich oder die Dipolabstrahlung der Diskusse oder das ziemlich große Raumvolumen und damit einhergehend eine Menge Diffusschall oder alles Drei -egal, die Räumlichkeit ist einfach super und einzelne Schallereignisse sind stabil und leicht zu unterscheiden.

……wenn die Test’s mit Theo und Pico genauso überzeugend ausfallen wie das Hörerlebnis bei Dir – dann werde ich auch Mitglied im Manger Owners/Lovers Club!

Damit ist klar, der Laden von Diskus_GL bekommt einen Michelin Stern für seine tolle Klangsuppe. Folgend können sich die Interessierten noch das Grundschema des Rezeptes herunterladen oder vielleicht im zur Zeit über 35 seitigen Rezeptbuch zur Entstehung des Süppchens blättern, welches mittlerweile sogar bei sixmoons in Amerika aufgefallen ist.

Gratulation zum gelungenen Kochkurs

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